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Auf der Fahrt von Großolbersdorf in Richtung Hopfgarten weist ein Wegweiser auf ein faszinierendes technisches Denkmal hin: den St. Gideon Erbstollen. Seine Geschichte ist ein eindrucksvolles Zeugnis des historischen Bergbaus im Marienberger Revier, in dem seit dem 16. Jahrhundert nach reichen Silbererzvorkommen gesucht wurde.
Um die bis zu 200 Meter tiefen Gruben vor dem ständig eindringenden Wasser zu schützen, wurden aufwendige Entwässerungsstollen vorangetrieben. Einer davon war der 1552 begonnene „St. Gideon tiefer Erbstolln“. Mit einer geplanten Länge von rund 3500 Metern sollte er das Lautaer Revier in einer Tiefe von 200 Metern erreichen. Doch das ambitionierte Vorhaben war von Rückschlägen geprägt: Finanzielle Engpässe, Probleme bei der Frischluftzufuhr sowie die Wirren des Dreißigjährigen Krieges führten immer wieder zu Stillständen, bis der Vortrieb 1846 bei einer Länge von 1260 Metern endgültig eingestellt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren 1946 und 1947, untersuchte die SAG Wismut den Stollen auf Uranerze, blieb jedoch ohne Erfolg. Seit 1960 dient das Stollenwasser der örtlichen Trinkwasserversorgung, wofür ein Pumpenhaus am Eingang sowie ein Damm im Inneren errichtet wurden. Seit dem Jahr 2000 widmet sich der Natur- und Heimatverein der Pflege des Mundlochs und ermöglicht interessierten Besuchern an speziellen Tagen seltene Einblicke bei Führungen.
Besonders bemerkenswert ist der elliptisch gemauerte Eingangsbereich. Auch im Inneren des Stollens zeugen der Ausbau mit Bruchsteinen und die Ziegelmauerungen aus dem 19. Jahrhundert von der beeindruckenden Handwerkskunst vergangener Generationen.
Privatbesitz, kein Zutritt möglich oder eingeschränkt.
Öffnungszeiten
Besichtigung nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Im Winter kein Besuch möglich. Nachts kein Zutritt oder zu gefährlich.
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